Die antike Stadt APOLLONIA wurde von griechischen Siedlern etwa 550 vor Chr. gegründet. Unmittelbar an der Adria und der Via Egnatia gelegen, erreichte die Stadt große Bedeutung als Handelsplatz.
Später wurde Apollonia auch für die Römer zu einem wichtigen Ausgangspunkt für den Transport von Waren in Richtung Osten. Bedeutende Handelsgüter waren Öl und Wein, die in unzähligen Amphoren aus Keramik auf dem Seeweg im gesamten Mittelmeerraum transportiert wurden. Da diese Amphoren nur einmal verwendet werden konnten, führte das an den Bestimmungsorten zu einer großen Ansammlung von benutzten und leeren Transportamphoren.
Auf dem Gelände von Apollonia, das heute in Albanien liegt, wurde bei Untersuchungen durch eine Gruppe deutscher und albanischer Archäologen ein sehr überraschender und wohl einmaliger Fund gemacht. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion aus etwa 2000 Transportamphoren, die terrassenförmig in einem Hanggelände angeordnet sind. Nach Ende der Grabung wurde die Fundstelle abgedeckt, nur einzelne Amphoren verblieben für Forschungszwecke geschützt in einem Depot.
Im Rahmen einer Um- und Neugestaltung des archäologischen Parkes Apollonia ist eine Rekonstruktion dieser Amphorensetzung durch Duplikate geplant. Für die Herstellung von 60 Stück dieser Ersatzamphoren wurde ich angesprochen, da man trotz intensiver Recherche keinen einheimischen Töpfer finden konnte.
Bei der Planung für dieses große Projekt ergab sich schnell, dass eine Produktion vor Ort viele Vorteile hätte:
Material, das dem Original nahe kommt, Wegfall des sicher schwierigen Transportes, Untersuchungen zu Herstellungstechnik und Material an Originalen sind möglich.
Während zwei mehrwöchigen Aufenthalten in Apollonia konnte ich insgesamt 65 Amphoren herstellen. Besonders glücklich war die Zusammenarbeit mit einer Werkstatt im nahegelegenen FIER, die Terracottaplatten für den Export nach Italien herstellt. Von dieser Werkstatt konnte ich das Material beziehen und schließlich die Amphoren in großen Öfen bei 1050 Grad Celsius brennen lassen.